Stadt Steyer. Verzeichniss der Häuser und Besitzer 1866 - Page 53

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Stadt Steyer. Verzeichniss der Häuser und Besitzer 1866
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Häuserverzeichnis und Schematismus der Stadt Steyr.
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urn:nbn:at:AT-OOeLB-3752310
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— 51 — »erbitterten noch viele Jahre hindnrch die Früchte des Friedens. Die Stadt-commnne nmßte ihrer vielen Schulden wegen sogar die als Kanfschilling für ihren Gewerkschaftsantheil erhaltenen Staatsobligationen unt einen Spottpreis verschleudern. Die Jahre 1816 und 1817 sind noch im traurigen Andenken durch die, theils durch Mißernten, theils durch Wucher erzeugte Thenernng und Hnngersnoth, verbunden mit allgemeiner Arbeits- und Handelsstockung. Am Wochenmarkte den I. Mai 1817, wo noch tiefer Schnee alle Fluren bedeckte, standen die Getreidepreise am höchsten, nämlich der Metzen Weizen im Durchschnitte 44 fl., das Korn 35 fl., die Gerste 25 fl. 12 kr. und der Hafer 7 fl. 36 kr. W. W. Einl. Sch. Doch in Folge plötzlicher Stentierung der Witterung und günstiger Ernte-Aussicht fielen selbe noch im Laufe des Sommers unt die Hälfte herab, und im Jahre 1819 trat gar eine völlige Werthlosigkeit des Getreides ein, indem der niedrigste Durchschnittspreis des Metzen Weizen 5 fl. 15 kr., Korn 1 fl. 57 kr., Gerste 1 fl. 51 kr., Hafer 1 fl. 15 kr. W. W. betrug. — Im Jahre 1818 erhielt die Stadt das allerhöchste Privilegium zur Abhaltung von Viehmärkten am 19. März und 10. October jeden Jahres. Diese werden nun, und zwar: der erste am Donnerstag nach dem Kirchenfeste „Lä-tare", der zweite a,m Donnerstag nach dem Kirchtage in St. Gallen abgehalten. Anno 1821 wurde die Promenade am Stadtgraben errichtet. Am 11. September 1813, 30. Juni 1815, 16. September 1821 und 4. Juni 1829 waren sehr bedeutende Ueberschwemmungen. — Am 21. Juni 1824 um 10 Uhr Abends brach im Bränhanse Nr. 270/20 in Ennsdorf Feuer aus und verwüstete in der langen Gasse, Koller-, Johannes- und Feldgasse 57 Häuser und 12 Scheuern; ferner die Ennsbrücke und in der Stadt das fürstliche Schloß nebst allen Gebäuden der Enge bis Nr. 25/26 und 111/134 am Stadtplatze, die Oelberg-Fleischbänke und drei Häuser der Berggasse, zusammen 103 Wohngebäude, Der Schaden betrug mit Ausnahme des Schlosses 1,033,000 fl. W. W. Am 22. November 1830 Nachts um 10 Uhr brannte das Jägerhaus auf dem Damberge ab. Es war 1727 ans Holz erbaut worden. Im Jahre 1831 erregte das Herannahen der Cholera allgemeine Bestürzung; Prozessionen wurden abgehalten,. Spitäler, ein eigener Leichenhof im Steinfeld und eine Quarantäne im äußeren Ennsdorf errichtet; doch blieb die Stadt glücklicherweise ganz von dieser fürchterlichen Krankheit verschont. 1 Im Jahre 1833 verlor die Stadt wieder ein uraltes, wichtiges Recht, nämlich das Stapelrecht auf das auf der Enns herausgeflößte Holz, welches von der politischen Hofkanzlei (also nicht im Rechtswege!) aufgehoben wurde, wodurch natürlich auch die an der unteren Ennsbrücke angebrachte Flußsperre ihr Ende fand. Am 3. April desselben Jahres um halb 11 Uhr Nachts entstand im Hanse Nr. 90/27 in der Gleinkergasse Feuer, und legte in dieser und der Sierningergasse 23 Häuser in Asche; der Schaden wurde auf 126,730 fl. W. W. geschätzt. — Am 3. August war eine bedeutende Ueberschwemmung. — In diesem Jahre begann auch der Bau der zwei steinernen Steyerbrücken-Pfeiler. Im Jahre 1837 wurde die Artillerie des Bürgercorps mit einer Batterie von 6 achtpfündigen Kanonen reorganisirt; 1840 das städtische Vorstadtpfarr-Schnl-hans im Aichet erbaut'; und 1841 der Leichenhof auf Kosten der beiden Pfarrkirchen um 1818 ßU Klafter erweitert. Am 3. September des letzteren Jahres wurde der Stadt das Glück zu Theil, II. Mas. den Kaiser und die Kaiserin in ihren Mauern feierlichst zu empfangen. Allerhöchst Dieselben kamen von Weyer um halb 2 Uhr Nachmittags mit einer zahlreichen Hofsnite in 22 Wägen unter Glockengeläute und Kanonendonner hier an, und stiegen im Gasthofe zur goldenen Krone ab. Das zahlreiche und trefflich eqni-pirte Bürgercorps paradirte und bezog die Ehrenwache. Nach der Mittagstafel geruhte der Kaiser die im Rathhanssaale ausgestellten hiesigen.Eisen- und Stahlerzengnisse, die Stadtpfarrkirche und das fürstliche Schloß zu besichtigen, während die Kaiserin das Kloster der Salesianerinen zu Gleink mit einem Besuche beehrte. Abends I
 
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